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Großstädte in Deutschland - Saarbrücken

Saarbrücken (französisch Sarrebruck), ist die Landeshauptstadt, größte Stadt und einzige Großstadt (seit 1909) des Saarlandes. Die Universitätsstadt ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Saarlandes. Sie bildet das einzige Oberzentrum des Landes und ist Sitz des Stadtverbands Saarbrücken, einer kommunalen Gebietskörperschaft besonderer Art, vergleichbar einem Landkreis.

Nächst gelegene größere Städte sind Trier (ca. 63 km nordnordöstlich), Luxemburg (L)(ca. 80 km nordwestlich), Nancy (F)(südlich), Metz (F)(südwestlich), Karlsruhe (ca. 100 km östlich) und Mannheim (ca. 120 km nordöstlich), außerdem Reims (F)(250 km westlich) und Paris (F) (400 km westlich).

Geografie

Saarbrücken liegt in einer durch die Saar geschaffenen breiten Talaue und weiten Terassenflächen des Flusses. Die nördliche Talrand wird von einer langen Kette von Höhenvorsprüngen besäumt. Am südlichen Stadtrand ziehen sich die Höhen des Stiftswaldes und des Roten Berges hin.

Geschichte

Saarbrücken wird in einer Schenkungsurkunde Kaisers Otto III. im Jahre 999 erstmals als Königsburg „castellum Sarabrucca“ erwähnt. Ab 1120 entsteht die Grafschaft Saarbrücken, in welcher sich in der Umgebung der Burg durch Ansiedlung von Burgmannen, Händlern und Schutzsuchenden die Siedlung Saarbrücken entwickelt. 1353 fällt Saarbrücken an das Haus_Nassau.

1575 wird in der Grafschaft Nassau-Saarbrücken die Reformation nach lutherischem Bekenntnis eingeführt. Nach dem Regierungsantritt von Wilhelm-Heinrich im Jahr 1741 erlebt die Stadt einen ungeheueren wirtschaftlichen Aufschwung, Steinkohlengruben werden verstaatlicht, Eisenschmelzen entstehen. Ferner entsteht das barocke Residenzschloss Saarbrücken und zahlreiche andere Bauten. 1775 wird die Ludwigskirche, einer der bedeutendsten Barockbauten Deutschlands und Wahrzeichen der Stadt Saarbrücken beendet.

1793 wird die Stadt von französischen Revolutionstruppen besetzt, das Barockschloss geplündert und niedergebrannt. Durch die Friedensschlüsse von Campo Formio und Lunéville 1797/1801 kommt die Grafschaft Saarbrücken zu Frankreich.

Im Jahre 1815 kommt das Gebiet an das Königreich Preußen. Dieser bildet im Raum Saarbrücken die Bürgermeisterei Saarbrücken mit den Stadtgemeinden Saarbrücken und St. Johann sowie den Landgemeinden Malstatt, Burbach, Brebach und Rußhütte. Saarbrücken wird Sitz eines Landkreises innerhalb des Regierungsbezirks Trier der Provinz Großherzogtum Niederrhein, die 1822 in der Rheinprovinz aufgeht. Sprachgeschichtlich kommt es zwischen dem Ende des 17. und Mitte des 19. Jahrhundert aufgrund der wechselnden politischen Einflüsse zu einer Verschiebung vom moselfränkischen zum rheinfränkischen Dialekt, schließlich zu einem einheitlichen Stadtdiakelt. Zwischen 1897 und 1900 wird das Rathaus St. Johann erbaut, welches später das Rathaus der Großstadt Saarbrücken wird.

Durch Vertrag vom 5.12.1908 werden die selbständigen Städte Saarbrücken, St. Johann und Malstatt-Burbach mit Wirkung vom 1. April 1909 zu einer Stadt mit dem Namen "Saarbrücken" vereinigt. Die bisherige Stadt Saarbrücken wird künftig mit der Bezeichnung Alt-Saarbrücken geführt. Die neue Stadt Saarbrücken hat bei ihrer Gründung ca. 105.000 Einwohner und ist damit die fünftgrößte linksrheinische deutsche Großstadt. Gleichzeitig scheidet die Stadt Saarbrücken aus dem Landkreis Saarbrücken aus und wird eine kreisfreie Stadt. Der Streit über den zu wählenden Stadtnamen, Saarbrücken oder St. Johann, führte zu einem im ganzen Deutschen Reich belächelten Skandal. Die Bürgermeister der beiden Städte entschieden die Namensgebung in einem Duell unter Ehrenmänner. Beide überlebten, aber Duelle wurden danach in Deutschland endgültig verboten.

Infolge der Bestimmungen des Friedensvertrags von Versailles im Jahr 1919 wird das Saarland und mit ihm die Stadt Saarbrücken unter die Verwaltung des Völkerbundes gestellt. Durch eine Volksabstimmung im Jahre 1935 entscheidet sich die Bevölkerung wieder für den Anschluss des Saarlandes an Deutschland.

Im Zweiten Weltkrieg wird Saarbrücken durch Bombenangriffe, 2.-4. Oktober 1944, stark zerstört. Im Mai 1945 wird die Stadt wie das gesamte Saarland unter französische Militärregierung gestellt. Zwei Jahre später wird das Saarland ein autonomer Staat mit der Hauptstadt Saarbrücken. Die Bevölkerung lehnt 1955 das Saarstatut ab. Statt dessen wird das Land 1957 elftes Bundesland (incl. Berlin) der Bundesrepublik Deutschland.

Mit der Kreis- und Gebietsreform 1974 wird Saarbrücken um 11 umliegende Städte und Gemeinden vergrößert. Die Einwohnerzahl verdoppelt sich nahezu. Gleichzeitig wird die bislang kreisfreie Stadt mit dem Landkreis Saarbrücken zum Stadtverband Saarbrücken vereinigt. Damit entsteht erstmals in Deutschland ein Kommunalverband besonderer Art, der einem Landkreis vergleichbar ist.

Zum 1. April 2004 tritt der auch in der zweiten Instanz wegen Untreue verurteilte Saarbrücker Oberbürgermeister Hajo Hoffmann zurück, nachdem er bereits im August 2002 von seinem Amt suspendiert wurde. Der Fall sorgte bundesweit für Schlagzeilen, da er für den Bau seines Privathauses Rechnungen für Bauleistungen und die Anlage des Gartens zunächst nicht selbst bezahlte, sondern diese von der städtischen Siedlungsgesellschaft bezahlt wurden.

Religionen

Das Gebiet der heutigen Stadt Saarbrücken gehörte anfangs zur Diözese Metz in Lothringen bzw. zum Erzbistum Trier. Die Grenze verlief zwischen Saarbrücken und St. Johann einerseits sowie Malstatt und Burbach andererseits. Im Jahre 1575 führte Graf Philipp III. von Nassau-Saarbrücken die Reformation nach lutherischem Bekenntnis ein. Daher war das heutige Stadtgebiet über viele Jahrhunderte vorwiegend evangelisch. Ab dem 17. Jahrhundert gab es neben lutherischen Gemeinden auch eine reformierte Pfarrei. Nach dem Übergang an Preußen im Jahre 1815 wurde Saarbrücken Teil der späteren Rheinprovinz. Die evangelischen Kirchengemeinden gehören seither - sofern sie nicht Glieder einer Freikirche sind - zur Evangelischen Kirche im Rheinland. Innerhalb dieser gehören sie zum "Kirchenkreis Saarbrücken".

Der erste katholische Gottesdienst im heutigen Stadtgebiet Saarbrückens wurde erst wieder 1680 in einer Notkirche in St. Johann abgehalten. Die erste katholische Pfarrei wurde aber erst 1803 in St. Johann errichtet. Hier stand auch die Kirche, zu der alle Katholiken des heutigen Stadtgebiets gehörten. In Saarbrücken selbst entstand dann erst im Jahre 1885 eine weitere katholische Kirche. Heute gehören die römisch-katholischen Bewohner der Stadt zum Dekanat Brebach-Saarbrücken des Bistums Trier.

Wappen

Innerhalb eines von Schwarz und Silber gestückten Schildbordes unter gespaltenem silbernen Schildhaupt - darin rechts eine rote Rose mit goldenem Samen und grünen Kelchblättern, links schräggekreuzt ein schwarzer Schlägel und ein schwarzes Eisen, unter den Stielenden eine gestürzte schwarze Zange - in Blau ein goldgekrönter, goldbewehrter und rotgezungter silberner Löwe, bewinkelt von vier silbernen Tatzenkreuzen. Die Stadtfarben sind Blau-Weiß.

Die Stadt Saarbrücken, die 1909 durch Vereinigung der Städte Saarbrücken, St. Johann und Malstatt-Burbach entstand, erhielt dieses Wappen im Jahre 1911 durch Kaiser Wilhelm II., wobei das Wappen als Brustschild eines Adlers abgebildet war. Es wurde auch als "Kaiserwappen" bezeichnet. Der Wappenschild allein wurde als "Siegelwappen" bezeichnet. Auch die 1974 durch die Gebietsreform vergrößerte Stadt Saarbrücken entschied sich für die Beibehaltung des historischen Wappens in leicht veränderter Form. Die Wappensymbole wurden aus den Wappen der drei früheren Städte übernommen: Die Rose entstammt dem Wappen von St. Johann, Schlägel, Eisen und Zange entstammen dem Wappen von Malstatt-Burbach und der Löwe entstammt dem alten Saarbrücker Wappen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

In Saarbrücken beginnen folgende Bundesautobahnen: in Richtung Osten die A 6 nach Mannheim-Nürnberg, in Richtung Nordwesten die A 623 zum Kreuz Neunkirchen zum Anschluss an die A 8 und in Richtung Norden die A 1 Trier-Köln. Folgende Bundesstraßen führen durch das Stadtgebiet: B 41, B 51 und B 268.

Saarbrücken ist Eisenbahnknotenpunkt mit Grenzübergang nach Frankreich und Rangierbahnhof.

Den öffentlichen Personennahverkehr ÖPNV versorgen eine Stadtbahnlinie und mehrere Buslinien der Saarbahn GmbH, welche 1997 als Schienenverkehrsunternehmen gegründet wurde. Seit 2002 führt sie auch die Geschäfte der bisherige "Gesellschaft für Straßenbahnen im Saartal".

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

  • Saarländisches Staatstheater Saarbrücken (Oper, Operette, Schauspiel)
  • Theater überzwerg
  • Studio-Theater
  • Kleines Theater im Rathaus

Museen

  • Abenteuer-Museum
  • Arzneipflanzenmuseum
  • Geologisches Museum
  • Heimatmuseum St. Arnual
  • Historisches Museum
  • Moderne Galerie
  • Saarland Museum
  • Stadtgalerie
  • Museum für Vor- und Frühgeschichte

heimliche Stadthymne

Mir sinn Saarbrigger / unn spiele Klicker / mir stemme die Blutworscht mit eener Hand / daß mir Saarbrigger sinn / daß sieht doch jedes Kind / mir reisse Beem aus wo gar kenn sinn !

Wir sind Saarbrücker / und spielen Murmeln / wir stemmen die Blutwurst mit einer Hand / daß wir Saarbrücker sind / daß sieht doch jedes Kind / wir reissen Bäume aus wo gar keine sind !

Bauwerke

  • Alte Brücke
  • Alte Katholische Kirche St. Johann
  • Altes Rathaus Saarbrücken
  • Evangelische Pfarrkirche St. Johann
  • Friedenskirche
  • Johanniskirche
  • Kongresshalle
  • Landtag
  • Ludwigskirche (evang.), Wahrzeichen der Stadt
  • Rathaus St. Johann
  • Schloss Halberg (Saarländischer Rundfunk)
  • Schloss Saarbrücken mit Schlosskirche
  • St. Albert Kirche
  • Stiftskirche St. Arnual

Sonstige Sehenswürdigkeiten

  • Deutsch-Französischer Garten
  • St. Johanner Markt
  • Felsenwege in St. Arnual
  • Mithras-Heiligtum am Halberg
  • Spicherer Höhen, unmittelbar an der Stadtgrenze zu Frankreich

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Januar/Februar: Max-Ophüls-Filmwettbewerb
  • Rosenmontag: Fastnachtzug in Burbach
  • März bis Oktober: jeden zweiten Samstag im Monat großer Flohmarkt in der Franz-Josef-Röder-Straße
  • Mai: Fest am Schloss
  • Mai/Juni: Maifest in Burbach
  • Mai: Perspectives du Théâtre
  • Juni: "Licht und Blumen"
  • Anfang Juni/Ende August: "Sonntags ans Schloss"
    • 11.00 Uhr - Matinée: Live-Konzert der Richtungen Blues und Rhythm `n` Blues
    • 15.00 Uhr - Kultur für Kids: Kinderprogramm
    • 18.00 Uhr - Soirée: Live-Konzert der Richtungen A-Cappella, Pop, Rock & Funk
  • Juli/August: Altstadtfest in St. Johann
  • August: "Saarspektakel"
  • September: Deutsch-französischer Weinmarkt
  • September: Fest um die Ludwigskirche
  • Oktober: "Intermarionett" (Marionettentheater-Festival)
  • 1. Adventswochenende: Alt-Saarbrücker Weihnachtsmarkt um das Schloss
  • November/Dezember: Christkindl-Markt auf dem St. Johanner Markt

Söhne und Töchter der Stadt

Die folgende Übersicht enthält bedeutende, in Saarbrücken geborene Persönlichkeiten chronologisch aufgelistet nach dem Geburtsjahr. Ob die Personen ihren späteren Wirkungskreis in Saarbrücken hatten oder nicht ist dabei unerheblich. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

  • 1899, 12. August, Peter Altmeier, † 1977 in Koblenz, Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz (1947-1969)
  • 1902, 6. Mai, Max Ophüls, † 26. März 1957 in Hamburg, Regisseur ("Lola Montez", "Der Reigen")
  • 1906, 9. Oktober, Wolfgang Staudte, † 19. Januar 1984 in Zigarski/Jugoslawien, Regisseur
  • 1908, 24. September, Egon Reinert, † 23. April 1959 in Saarbrücken, Ministerpräsident des Saarlandes (1957-1959)
  • 1910, 11. September, Gerhard Schröder (CDU), † 31. Dezember 1989 in Kampen/Sylt, Bundesinnenminister (1953-1961), Bundesaußenminister (1961-1966), Bundesverteidigungsminister (1966-1969)
  • 1952, 7. März, Peter Dörr, Komponist, Produzent
  • 1954, 19. Januar, Joachim Deckarm, Handballspieler

Sonstige Persönlichkeiten:

Katharine Weißgerber, genannt Schultze Katrin, Samariterin der Schlacht auf den Spicherer Höhen 1870

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